Sicherheit bedeutet auch Privatsphäre
Sicherheit bedeutet auch Privatsphäre:
Warum zuverlässige Rufsysteme in der außerklinischen Intensivpflege so wichtig sind
Einfach mal allein sein, ungestört fernsehen und sich darauf verlassen können, im Notfall jederzeit Hilfe zu rufen: Was für viele Menschen selbstverständlich ist, stellt Menschen mit intensivem Pflegebedarf häufig vor große Herausforderungen. Dabei können moderne, individuell angepasste Rufsysteme einen entscheidenden Unterschied machen.
Sicherheit schafft Selbstständigkeit
Menschen, die auf Außerklinische Intensivpflege angewiesen sind, benötigen häufig rund um die Uhr Unterstützung. Gerade bei Menschen mit starken körperlichen Einschränkungen kann es jedoch schwierig sein, sich bemerkbar zu machen, wenn Hilfe benötigt wird.
Ein einfaches Rufen ist möglicherweise nicht möglich. Herkömmliche Rufknöpfe können aufgrund motorischer Einschränkungen oft nicht zuverlässig bedient werden.
Die Folge: Pflegekräfte oder Angehörige müssen ständig in unmittelbarer Nähe bleiben, um im Bedarfsfall reagieren zu können.Das bedeutet nicht nur eine große Verantwortung für die Pflegenden, sondern schränkt auch die Selbstständigkeit und Privatsphäre der pflegebedürftigen Menschen erheblich ein.
Denn wer sich darauf verlassen kann, jederzeit Hilfe rufen zu können, gewinnt auch ein Stück Freiheit zurück.
Privatsphäre ist ein Grundbedürfnis – auch in der Intensivpflege
Ein zuverlässiges Rufsystem ermöglicht mehr als nur die schnelle Anforderung von Hilfe.
Es schafft die Voraussetzung dafür, dass sich Pflegekräfte zeitweise aus dem unmittelbaren Umfeld zurückziehen können, ohne dass die Sicherheit darunter leidet. Das kann bedeuten, dass ein Mensch mit intensivem Pflegebedarf:
- ungestört mit Freunden oder Angehörigen telefonieren kann,
- Zeit für sich allein hat,
- persönliche Gespräche ohne Anwesenheit einer Pflegekraft führen kann,
- selbst entscheiden kann, wann Unterstützung benötigt wird.
Gerade in der häuslichen Intensivpflege ist diese Balance zwischen Sicherheit und persönlicher Freiheit besonders wichtig.
Nicht jeder kann einen Rufknopf bedienen
Die Möglichkeiten, einen Ruf auszulösen, sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Während manche Personen einen klassischen Taster bedienen können, benötigen andere alternative Lösungen. Moderne assistive Rufsysteme können beispielsweise über verschiedene Sensoren ausgelöst werden:
- Taster: für Menschen, die gezielte Bewegungen ausführen können.
- Näherungssensoren: lösen einen Ruf aus, ohne dass ein mechanischer Tastendruck erforderlich ist.
- Saug- und Blassensoren: ermöglichen die Rufauslösung durch gezieltes Saugen oder Blasen.
Entscheidend ist, dass die Rufauslösung an die individuellen Fähigkeiten der jeweiligen Person angepasst werden kann – und nicht umgekehrt.
Auch medizinische Geräte müssen zuverlässig alarmieren
In der außerklinischen Intensivpflege spielen medizinische Geräte wie Beatmungsgeräte oder Pulsoxymeter eine lebenswichtige Rolle. Diese Geräte verfügen zwar über eigene Alarme. Doch was passiert, wenn sich die Pflegekraft gerade im Nebenraum, auf dem Balkon oder im Garten befindet? Ein akustischer Alarm am Gerät allein reicht dann möglicherweise nicht aus. Über geeignete Schnittstellen können Gerätealarme an ein Rufsystem weitergeleitet und drahtlos an mobile Empfänger übertragen werden. So können Pflegekräfte auch außerhalb des Patientenzimmers auf wichtige Alarme aufmerksam gemacht werden. Voraussetzung ist, dass die jeweiligen Geräte und Schnittstellen für diese Anwendung geeignet sind und die gesamte Alarmübertragung zuverlässig funktioniert.
Warum ein Babyfon keine sichere Alternative ist
In der häuslichen Pflege werden teilweise Babyfone eingesetzt, um Geräusche und Alarme aus dem Patientenzimmer zu übertragen. Doch ein Babyfon ist kein zuverlässiges Pflegerufsystem. Ein wesentliches Problem: Bei vielen Babyfonen werden weder die Funkverbindung noch der Akkuzustand ausreichend überwacht. Bricht die Verbindung ab oder fällt ein Gerät aus, wird dies möglicherweise nicht rechtzeitig erkannt. Gerade bei Menschen, die auf eine schnelle Reaktion angewiesen sind, kann das gefährlich werden.
Ein Pflegerufsystem muss deshalb mehr leisten, als nur ein akustisches Signal zu übertragen.
Worauf es bei einem sicheren Rufsystem ankommt
Ein professionelles Rufsystem für die häusliche und außerklinische Intensivpflege sollte insbesondere folgende Anforderungen erfüllen:
- Zuverlässige Rufübertragung: Ein ausgelöster Ruf muss die zuständige Pflegekraft sicher erreichen.
- Überwachung der Systemfunktionen: Technische Störungen, etwa bei der Funkverbindung oder Stromversorgung, müssen erkannt und signalisiert werden.
- Rufquittierung: Es muss nachvollziehbar sein, dass ein Ruf empfangen und bestätigt wurde.
- Individuelle Rufauslösung: Unterschiedliche Sensoren und Bedienelemente müssen eingesetzt werden können.
- Mobilität: Pflegekräfte müssen Rufe auch dann empfangen können, wenn sie sich nicht unmittelbar im Patientenzimmer aufhalten.
Eine wichtige Grundlage für professionelle Rufanlagen bildet die Norm DIN VDE 0834. Sie definiert Anforderungen an Rufanlagen, unter anderem hinsichtlich der Überwachung und sicheren Rufbearbeitung.
Mehr Sicherheit für alle Beteiligten
Ein individuell angepasstes Rufsystem kann den Pflegealltag spürbar verbessern. Für Menschen mit intensivem Pflegebedarf bedeutet es mehr Selbstbestimmung, Privatsphäre und Sicherheit. Für Pflegekräfte bedeutet es die Gewissheit, dass sie sich auch einmal aus dem unmittelbaren Umfeld zurückziehen können, ohne allein auf ihr Gehör angewiesen zu sein. Und für Angehörige schafft es Vertrauen in eine zuverlässige Versorgung.
Denn gute Pflege bedeutet nicht, immer direkt danebenstehen zu müssen. Sondern da zu sein, wenn man gebraucht wird.
